Aktuelle Beiträge Januar 2016

Ankaras fünfte Kolonne

Der Abschuss des russischen Frontbombers Su-24 durch die türkische Luftwaffe am 24. November 2015 verweist nicht nur auf unterschiedliche strategische Interessenlagen Russlands und der Türkei in der Region oder auf die Verstrickung Ankaras in den verdeckten Erdölhandel zur Finanzierung des Islamischen Staates (IS). Vielmehr wurde damit offenbar, dass die Türkei bereits seit geraumer Zeit verschiedene terroristische Rebellengruppen in Syrien (und im Irak) für die militärische Absicherung ihrer expansiven Politik instrumentalisiert. So hat sich die türkische Führung mit ihrer Darstellung des Abschusses der russischen Maschine nicht nur unglaubwürdig gemacht, sondern ungewollt ihren verdeckten Krieg in den Nachbarländern Syrien und Irak zugegeben. Die politischen Folgen dürften vor allem für Präsident Erdogan langfristig kaum zu beherrschen sein. Der Versuch der Türkei, als Regionalmacht gegenüber Russland aufzutrumpfen und die Kumpanei mit Terrororganisationen in Syrien und im Irak zu verbergen, ist gescheitert. So sind die Vorgänge am 24. November 2015 im Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei Ausdruck einer völligen Fehleinschätzung der Lage durch türkische Politiker und Militärs.

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von Internetredaktion